Handlungskonzept

ENTWICKLUNG EINES LOKALEN HANDLUNGSKONZEPTS GEGEN RECHTSEXTREMISMUS UND RASSISMUS IM KREIS RECKLINGHAUSEN

Die Entwicklung lokaler Handlungskonzepte zur Stärkung der Präventionsarbeit vor Ort ist ein zentraler Bestandteil der NRW-weiten Strategie gegen Rechtsextremismus und Rassismus. Der Kreis Recklinghausen nutzt als eine der ersten Regionen die Förderung durch das Programm NRWeltoffen, um in diesem Sinne ein kreisweites Konzept zu erstellen und umzusetzen.

Das lokale Handlungskonzept wird in einem partizipativen Prozess unter Beteiligung staatlicher und vor allem zivilgesellschaftlicher Akteur*innen erarbeitet. Das Ergebnis bildet einen Leitfaden für die präventiv orientierte Auseinandersetzung und zukünftigen Aktivitäten im Kreis.

In fünf Demokratie-Zukunfstwerkstätten werden wir – jeweils nach einem fachlichen Beitrag – Erfahrungen, Bedarfe und Ideen aufgreifen, um lokale Ziele und Strategien gegen Rechtsextremismus und Rassismus festzulegen. Die Themen der Veranstaltungen wurden im Zuge von Expert*innen-Interviews ermittelt und strukturieren das spätere Handlungskonzept inhaltlich.

HANDLUNSGFELDER

I. Handlungsfeld: Rechtextreme Haltungen und Akteur*innen

Rechtsextreme Positionen sollen in den Blick genommen. Erscheinungsformen und Argumentationsmuster rechter Agitation sollen analysiert und menschenverachtende Dimensionen gängiger Parolen und Begriffe aufgezzeit werden. Auf dieser Basis wollen wir die Bedarfe im Kreis konkretisieren und Formate skizzieren, die couragiertes Auftreten fördern und in die Breite tragen.

II. Handlungsfeld: Politische Bildung - Erinnerungspädagogik

Die kreisweite Erinnerungspädagogik soll nachhaltig gestaltet werden. Das große Engagement im Bereich der Gedenkstättenfahrten und Begegnungen mit Zeitzeug*innen soll unterstützt und gemeinsam überlegt werden, wie Qualität und Nachhaltigkeit der Angebote gewährleistet werden können. Im Zuge der gemeinsamen Ziel- und Maßnahmenformulierung werden ferner zielgruppenorientierte Ansätze jenseits der Aufarbeitung der NS-Zeit ihren Platz finden.

III. Handlungsfeld: (Neue) Medien - Fake News und Hate Speech

Erscheinungsformen und Auswirkungen der viel diskutierten Phänomene Hate Speech und Fake News sollen thematisiert werden. Darauf aufbauend wollen wir lokale Bedarfe, insbesondere im Umgang mit der Mediennutzung Jugendlicher, erfragen und entsprechende Ziele benennen. Beispiele aus der Projektarbeit werden dabei helfen, geeignete Präventionsstrategien zu etablieren.

VI. Handlungsfeld: Erziehung - (Rassismuskritische) Elementar- und Primärpädagogik

Ziel ist es, auszuloten, wie im Rahmen der Elementar- und Primarpädagogik ein möglichst vorurteils- und rassismusfreies Heranwachsen gefördert werden kann. Wir möchten die Möglichkeiten der Einflussnahme diskutieren, Ziele formulieren und gemeinsam erarbeiten, welche Formen der Unterstützung für Pädagog*innen angeboten werden sollten. Praxisbeispiele aus unterschiedlichen Teilbereichen des Handlungsfeldes werden hierfür als Impulse dienen.

V. Handlungsfeld: Öffentliche Institutionen - Institutionelle Diskrminierung

Abschließen wollen wir die unterschiedlichsten Formen und Facetten alltäglicher Diskriminierungen beleuchten und dabei insbesondere nach Verbesserungsmöglichkeiten im Umfeld öffentlicher Institutionen suchen. Im Zuge der Formulierung konkreter Verbesserungsvorschläge zum Abbau von Diskriminierung wollen wir auch thematisieren, welche Beratungsangebote für Menschen hilfreich sein können, die von Rassismus betroffen sind.